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Raiders-PG-Forum » Historie und Politik » Und was meint ihr zum Günzel- und Hohmann-Rausschmiss? - 2 Sortierung: Alte Beiträge zuerst  
Seiten: 1 | 2
OF Schultz
Forumsgrenadier
Beiträge: 294

14.11.2003 14:13
Und was meint ihr zum Günzel- und Hohmann-Rausschmiss? Zitat · antworten
Hi,

Nun soll ja auch herr Hohmann seinen Platz in der CDU Bundestagsfrakion räumen.
Frage: warum jetzt erst, woher das lange zögern.
ich versteh es einfach nicht, aber egal ist vielleicht ausgleichende Gerechtigkeit, wenn der General schon gehen muss, dann doch bitte der Redner selber auch, oder wie, oder was ?!

MfG
Feldw. Schulz


Gerd
Oberst d. Fernschreiber
Beiträge: 2.757


14.11.2003 19:49
Und was meint ihr zum Günzel- und Hohmann-Rausschmiss? Zitat · antworten
Nur der General wird sich nicht vertreiben lassen, dagegen steht noch das Gesetz und das steht hier eindeutig auf Seiten des Generals. Der Brief war privater Natur auch wenn er auf dienstlichen Papier geschrieben wurde. Auch die Veröffentlichung durch Hohmann ändert daran nichts. Was ein General in seiner Freizeit macht geht niemanden etwas an! Dann noch diese Beleidigungen und Verächtlichmachung durch Struck, was auch noch rechtliche Konsequenzen für diesen haben kann und auch sollte. Man kann nur hoffen, dass auch im Gegenzug eine Konsequenz erfolgt.


Scipio
Literaturmajor
Beiträge: 1.812


15.11.2003 16:29
Und was meint ihr zum Günzel- und Hohmann-Rausschmiss? Zitat · antworten
Hi,
der Eintrag ist auf zwei Postings verteilt, weil er für eins zu lang ist.
ich habe heute zum ersten Mal die Rede Hohmanns im Wortlaut gelesen und muß sagen, daß ich der Rede in einigen Punkten zustimme, sie aber in ihrer gesamtheit nicht unterschreiben könnte.


Also antisemitisch (was ja in der Wischi-Waschi-Sprache der Reporter leider synonym mit "antijüdisch" gebraucht wird) bzw. antijüdisch ist die Rede mit Sicherheit nicht, denn Hohmann sagt ja ganz kalr am Ende:

Quote:
Daher sind weder "die Deutschen", noch "die Juden" ein Tätervolk.



Ich glaube, damit ist dieser Punkt abgehakt.

Ich halte die Rede aber nicht für gut, weil sie logisch nicht wasserdicht ist.

Hohmanns Argumentationskette ist doch wie folgt:
Der Bolschewismus sei stark jüdisch geprägt (was er mit Zahlen belegt). Im Namen des Bolschewismus sind Millionen von Menschen ermordet worden. Also sind Juden an dieses Opfern in besonderem Maße schuldig gewesen.

Doch später schreibt Hohmann, daß die jüdischen Bolschewisten eigentlich keine Juden mehr waren:

Quote:
Sie waren nach Herkunft und Erziehung Juden, von ihrer Weltanschauung her aber meist glühende Hasser jeglicher Religion. Ähnliches galt für die Nationalsozialisten.



Hier ist also der erste logische Bruch: der Bolschewismus sei jüdisch geprägt gewesen, aber die Juden, die Bolschewisten waren, haßten jegliche Religion.
Da frage ich mich, inwieweit diese Juden noch als Juden bezeichnet werden können.

Denn Hohmann schreibt selber:

Quote:
Die Juden, die sich dem Bolschewismus und der Revolution verschrieben hatten, hatten zuvor ihre religiösen Bindungen gekappt.



In diesem Punkt hätte ich von Hohmann gerne eine kleine Definition, was er unter "Juden" versteht. Also nur die praktizierenden Juden, oder alle, die es per Geburt wurden.


Und nun kommt Hohmann zu dem Schluß:

Quote:
Verbindendes Element des Bolschewismus und des Nationalsozialismus war also die religionsfeindliche Ausrichtung und die Gottlosigkeit. Daher sind weder "die Deutschen", noch "die Juden" ein Tätervolk. Mit vollem Recht aber kann man sagen: Die Gottlosen mit ihren gottlosen Ideologien, sie waren das Tätervolk des letzten, blutigen Jahrhunderts.



Diesen Satz will ich mal aufdröseln:
I. Nazis und Bolschewisten gehören zu den Gottlosen
II. Weil die Nazis und die Bolschewisten gottlos sind, sind die Deutschen und die Juden keine Tätervölker, sondern die Gottlosen.

Wenn man das mal so formuliert, erkennt man, daß Hohmanns Argumentation total bescheuert ist.

Und nun was zur Argumentationskette Hohmanns.
Die zweite These läßt sich nur halten, wenn man ein paar Voraussetzungen macht, nämlich:
1. alle Nazis und Bolschewisten sind Täter
2. die Menge der Gottlosen besteht ausschließlich aus den Mengen der Nazis und Bolschewisten sowie sonstiger Täter (sonst wären z.B. auch atheistische Pazifisten Täter)
3. die Deutschen oder die Juden sind weder Nazis noch Bolschewisten (sonst würden die Deutschen und Juden z.B. Teilmenge der Nazis sein und damit Teilmenge der Gottlosen)
4. die Deutschen und Juden sind nicht Teilmenge der Menge der Täter
(es könnte ja auch sein, daß die beiden Gruppen z.B. aus reiner Mordlust zum Täter wurden).

Und hier sehen wir den Fehler: Hohmann macht einen Ringschluß.
Die vierte Voraussetzung sagt, daß Deutsche und Juden keine Täter sind. Und diese Voraussetzung ist gleich der Folgerung. Somit hat Hohmann ein kleines argumentatives Problem.

Außerdem fehlt noch eine Definition des Wortes "Tätervolk".
Denn diese Definition ist entscheidend. Denn meine Vorraussetzungen gelten nur uneingeschränkt, wenn bei einem "Tätervolk" per Definition jedes Individuum schuldig geworden sein muß. Aber mich mit den ganzen möglichen Kombinationen aus Schnittmengen etc. zu befassen ist mir ehrlich gesagt zu kompliziert.


Scipio
Literaturmajor
Beiträge: 1.812


15.11.2003 16:29
Und was meint ihr zum Günzel- und Hohmann-Rausschmiss? Zitat · antworten
Ich finde, Hohmann hätte diese Rede viel gründlicher vorbereiten müssen, denn dann wären ihm sicherlich solche logischen Fehler aufgefallen. Hätte er aufzeigen wollen, daß die Deutschen kein Tätervolk sind, dann hätte er sich besser mit diesem Begriff direkt auseinandergesetzt und ihn ad absurdum geführt (was nicht sehr schwer sein dürfte). Aber der Weg erst die Juden als mögliches Tätervolk zu identifizieren, dann "bäätsch, sie sind doch keins" zu sagen und somit auch gleich die Deutschen zu "entlasten" ist doch total irrsinnig. Er ist also in einem gewissen Maße selber Schuld, daß jetzt die ganze Medienwelt über ihn herfällt, denn schließlich weiß er auch, daß er sich zu einem Tabuthema äußert.
Andererseits verstehe ich auch nicht die Liebe der Deutschen zur Selbstzerfleischung. Darum ging es ja schon mal vor ein paar Jahren beim Streit zwischen Martin Walser und Ignaz Bubis, weil Walser ja sagte, der Holocaust werde als Standard Totschlag-Hammer mißbraucht.
Ein gutes Beispiel ist doch auch der baustopp am Denkmal in Berlin. Nur weil eine TOCHTERfirma der Degussa vor 60 Jahren "Zyklon B" hergestellt hat, soll die Degussa heute ausgeschlossen werden. Und wer hat diese Nachricht lanciert? Der bei der Ausschreibung unterlegene Schweizer Konkurrent der Degussa! Bei jedem Straftäter nimmt man es positiv zur Kenntnis, wenn er sich um Wiedergutmachung bemüht - aber wenn die Degussa am Bau des Denkmales mitarbeiten soll, ist es auf einmal ein Skandal. Das ist absolut schizophren!
Und da bemerken wir auch wieder einmal wie schnell man in Deutschland jemanden von der öffentlichen Bühne abschießen kann, wenn
ihn bloß mit rechtem Gedankengut in Verbindung bringt. Ein gutes Beispiel dafür ist Möllemann. Ich habe sein fragliches Flugblatt im Original gelesen und kann nur sagen, daß da REIN GAR NICHTS an antijüdischem o.ä. Gedankengut drin stand.
Ich habe oben bewußt "rechtem Gedankengut" geschrieben. Denn auch hier gehen die Begrifflichkeiten quer durcheinander. Die Journalisten unterscheiden doch gar nciht zwischen rechts, rechtsradikal, rechtsextrem und Neo-Nazis. Das ist auch schon das Problem. Laut Verfassungsschutz sind die abstufungen wie folgt:
rechtsradikal: radikale Ansichten, aber auf dem Boden der Verfassung
rechtsextrem: nicht mehr durch die Verfassung gedeckte Ansichten
Neo-Nazi: hätten am liebsten das dritte Reich wieder

Aber dazu fällt mir auch ein Zitat ein, von dem ich leider nicht mehr weiß, von wem es ist:
"Wer die begriffe besetzt, besetzt die Meinungen."
Denn wie häufig hört man von Aktionen (z.T. von der Regierung gefördert), die da lauten "Jugend gegen rechts" usw.
Das "rechts" erstmal nichts schlimmes ist, begreifen aber nur die wenigsten. Denn rein formal betrachtet ist schon die CDU rechts, denn per Definition zählen Konservative zu den rechten. Nur welcher CDU-Abgeordnete würde sich schon als "rechts" bezeichenen?

Ich habe als, um den Beitrag zu Abschluß zu bringen, das Gefühl, daß es in Deutschland ein beliebtes Mittel ist, jemanden in die (äußerst) rechte Ecke zu stellen, allein um ihn öffentlich unmöglich zu machen. Dazu dienen z.T. gezielte Desinformationen und die falsche Verwendung von Begrifflichkeiten.

Gruß
Scipio




29.11.2003 22:08
Und was meint ihr zum Günzel- und Hohmann-Rausschmiss? Zitat · antworten

Quote:



Ich habe als, um den Beitrag zu Abschluß zu bringen, das Gefühl, daß es in Deutschland ein beliebtes Mittel ist, jemanden in die (äußerst) rechte Ecke zu stellen, allein um ihn öffentlich unmöglich zu machen. Dazu dienen z.T. gezielte Desinformationen und die falsche Verwendung von Begrifflichkeiten.

Gruß
Scipio



Sehe ich ganz genauso.
Ich denke der Deutsche ist der Jude der Neuzeit. Man kann ihn wie Dreck behandeln, wenn er sich wehrt schreit man Nazi und er steht wieder als Böser da. Ich finde was Hohman gesagt hat gar nicht verkehrt. Besonders den ersten Teil halt ich für richtig. Die entlassung des General ist für mich ein Skandal. Hier wurde gegen nahezu alle Gesetze verstoßen.
Wenn das Ausland mal wieder Geld will wird einfach Nazi geschriehen und Zack bekommen sie was sie wollen.


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