Nach einer längeren Suche bin ich auf diese sowjetische Kampagne gestoßen. Die Prestigeregelungen entsprechen meinen Vorstellungen: Moderate Prestigekappe, kein Runden- und Hexprestige, nur unterschiedliche Boni für die drei Siegarten. Soweit perfekt.
Leider ist das Design sehr altbacken. Wenn die KI defensiv ausgerichtet ist, dann haben alle Verteidiger eine Verschanzung ab 10 aufwärts. Das gegnerische Erfahrungslevel liegt regelmäßig zwischen 500 und 1.000 , während ich bei meinen Einheiten mit 200 bis 300 exp beginne und sie weiterentwickeln muss. Neue Einheiten haben null Erfahrung.
Mit etwas Übung und ausreichend Artillerie lässt sich aber jeder Verteidiger erweichen und das Spiel funktioniert bisher recht gut und zügig. Mit jedem brillanten Sieg steht ausreichend Prestige zur Verfügung, dass ich gut in Upgrades, Attachments und Überstärke investieren kann - funktioniert aber nur, wenn man die Prestigekappe verstanden hat und danach handelt.
Diese Kampagne konnte ich in kürzester Zeit beenden. Ich habe den Eindruck gewonnen, dass einer alten Kampagne (keine Ahnung wann sie ursprünglich entstanden ist) ein neues, sich ständig entwickelndes Efile zur Seite gestellt wurde, was den eigentlichen Spielgedanken völlig ad absurdum führt.
Die deutsche Seite ist in allen Szenarien defensiv und wie oben geschrieben, bis über beide Ohren verschanzt und hat Erfahrung ohne Ende. Es fehlt in den meisten Szenarien an deutschen Panzern und der Luftwaffe. Es gibt eine meist lockere Verteidigungslinie mit viel Artillerie-Support. Im Hinterland dann VH's, die vergleichsweise schwach verteidigt werden. Weil in jedem Szenario 3x Lufttransport zur Verfügung steht liegt es nahe, die guten Erfahrungen aus der Delta-Force-Kampagne hier zu nutzen. Die meisten Szenarien konnte ich durch kombinierte Angriffe von Jägern/Bombern und Fallschirmtruppen auf das/die VH vorzeitig beenden. Die übrigen Positionskämpfe waren eigentlich nur Beschäftigungstherapie für die übrigen Einheiten, damit sie keinen Grabenkoller bekommen.
Die jeweilige Siegprämie fällt so üppig aus, dass ich, trotz regelmäßiger Upgrades und Vergabe von Überstärke und Attachments, sogar irgendwann fast die Prestigekappe gerissen hätte. Das sollte bei einem Spiel mit 0%-Prestigeeinstellung eigentlich nicht passieren und zeugt von großer Unausgewogenheit.
Marschall Hansen im polnischen Forum wird offenbar von meinen ausgeprägten Spielaktivitäten nervös und fürchtet um seine Spitzenposition im Ranking. Nun hat er sich aufgerafft und spielt seine deutschen Lieblingskampagnen zum wiederholten Mal um wieder ausreichend Ranglistenpunkte zwischen uns zu bringen. Das kann ich auch. Deshalb gibt es hier die Operation Bagration mit 25% Prestige: https://forum.opengeneral.pl/index.php/topic,3606.0.html
Über die Kampagne schrieb ich bereits in den vorstehenden Beiträgen. Ich betrieb jetzt ein wenig Feintuning und siehe da, das Ergebnis ließ sich gegenüber dem ersten Versuch in 2023 sogar noch verbessern. Wesentlicher Unterschied war sicher, dass ich statt Fallschirmjäger nun die sogenannten Specnaz-Einheiten für alle Luftlandeoperationen verwendete. Diese sind zwar extrem teuer, besitzen aber z.B. Kampfunterstützung, Pionierfähigkeit und im Lufttransport Phasenbewegung. Eine zweite (kleine) Änderung ist die erstmalige Verwendung von Awtamatcziki-Einheiten. Das ist Infanterie, die auf ausgewählten Panzern (T-34, T-44 und die AT-Selbstfahrlafetten wie die SU-100 u.a.) mitfahren kann. Dafür ist in jedem dieser Fahrzeuge ein Slot frei (wie ein Container). Finde ich gut und muss das für zukünftig zu spielende sowjetische Kampagnen im Auge behalten.
Noch eine Ergänzung: In dieser Kampagne spielt die Prestigeeinstellung keine Rolle. Es ist völlig egal ob mit 0% oder mit 300% gespielt wird. Warum? Es gibt weder Runden- noch Kartenprestige. Und nur diese beiden sind von der Prestigeeinstellung abhängig. Es bleibt also immer nur beim festen Gewinnbonus. Und deshalb ist es existenziell wichtig die Prestigekappe einzuhalten, denn der Bonus entfällt (ganz oder teilweise), wenn der Spieler über der Kappe liegt.