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Raiders-PG-Forum » Buchbesprechungen » Buchbesprechungen » "Das Antlitz des Krieges" von John Keegan Sortierung: Alte Beiträge zuerst  


14.10.2003 13:45
"Das Antlitz des Krieges" von John Keegan Zitat · antworten
Hallo, - dieses Buch stellt keinen unmittelbaren Bezug zum IIWK her, aber bietet eine messerscharfe, brilliante, - dabei wertfreie, Analyse zum Krieg an sich.
John Keegan ist ein britischer Militärhistoriker, und hatte seit 1962 einen Lehrstuhl an der Universität von Sandhurst.
Zum Inhalt:
In diesem Buch wird das wahre Gesicht des Krieges geschildert, wie es
sich insbesondere im Antlitz des Soldaten spiegelt. Dabei wird dem Kämpfer in vorderster Linie, dem unbekannten Helden, ohne falsche Heldenverehrung, jenem, der dem Gegner ins Auge blickt und ihn töten muss, obwohl er sein Freund sein könnte, ein Denkmal gesetzt.
Aber es taucht kein erhobener Antifa-Pazifistischer Zeigefinger auf.
Anhand von 3 schicksalsträchtigen Schlachten der europäischen Geschichte zeigt Keegan ein genaues Bild einer Schlacht aus der Sicht des betroffenen Soldaten.
1. Azincourt (1415),
2. Waterloo (1815),
3. Somme (1916),
- diese drei Schlachten zeigen jeweils für ihre Zeit entscheidende Kriterien auf, die konkret über Wohl und Wehe, Sieg und Niederlage entschieden.
Azincourt, - die englische Fernwaffe, die Langbögen brachten den entscheidenden Erfolg gegenüber eine mächtige, aber veraltete französische Ritterschaft, die in alter Tradition den Frontalangriff zu Pferde wagte, - und unterging. Die Verluste unter den Franzosen waren fürchterlichfürchterlich, die Engländer verloren noch nichtmals 100 Mann!!
Waterloo, - hier geht Keegan streng methodisch vor, - analysiert die Wirkungen der Waffengattungen, - Kavallerie, Infanterie und Artillerie, zeigt Ergebnisse und zeigt schonungslos den Untergang der napoleonischen Ära.
Somme 1916, - ein Abschnitt im nördlichen Frontverlauf - hier starteten die Briten nach Wochenlangem Dauerbeschuß mehrere Offensiven, die blutigst zurückgeworfen wurden. Keegan zeigt hier einmal mehr, wie eine veraltete Kriegsführung durch neue Waffensysteme ad Absurdum geführt wurde. Er berechnet detailliert, wie wenig Erfolg der Artilleriebeschuß auf Stelungen hatte, wie frontale Infanterieangriffe gegen Maschinengewehre und Mörser "zerstäubten".
Im vierten Abschnitt seines Buches wagt Keegan einen Ausblick auf einen künftigen nuklearen Weltkrieg, und dessen Auswirkungen. Und er ist dabei glaubwürdiger, als viele Publikationen, die bis in die 80iger des letzten Jahrhunderts veröffentlicht wurden. Dieses Buch entstand auch unter der ständigen nuklearen Bedrohung des kalten Krieges.
Wer's noch nicht kennt, sollte es sich besorgen.
Gruß, - pathfinder (Gothaur)


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