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Quote: Mittwoch, 11. März 2009 um 21.00 Uhr
Wiederholungen:
14.03.2009 um 14:00
Mit der SS Hand in Hand
(Frankreich, 2008, 95mn)
ARTE F
Regie: Alain Ferrari
Anhand der Aussagen von Widerstandskämpfern und Kollaborateuren aus der Zeit der Okkupation Frankreichs zeichnet der Film die Geschichte der 1943 von Pierre Laval gegründeten "Milice française" nach. Umfangreiches Material aus Filmarchiven sowie Fotos und Briefe beleuchten die Werdegänge von ehemaligen Milizangehörigen und Widerstandskämpfern und geben Einblicke in die Geschichte der Miliz.
Nach dem Ersten Weltkrieg gewann auch im ausgebluteten Frankreich unter den Kriegsveteranen rechtsradikales Gedankengut an Einfluss. Vom italienischen Faschismus und vom Erfolg der Nazis in Deutschland faszinierte Kreise setzten die Republik in gewaltsamen Demonstrationen unter Druck.
Bei Ausbruch des Zweiten Weltkrieges 1939 erwies sich die französische Linke aufgrund ihrer pazifistischen Ausrichtung als völlig handlungsunfähig. In der Folge der Niederlage der französischen Streitkräfte, des Waffenstillstands und der Installierung der Vichy-Regierung wurde die ursprünglich apolitische Kriegsveteranenvereinigung "Légion des anciens combattants" zu einem Propagandainstrument des Pétain-Regimes.
Als Deutschland 1941 die Sowjetunion überfiel, wurde im Zuge der Militarisierung der antikommunistischen Bewegung und der Kollaborationspolitik die "Légion des volontaires français", eine französische Freiwilligenlegion, an die Ostfront entsandt. Gleichzeitig bekundete die Kriegsveteranenorganisation, nicht nur eine soziale, sondern auch eine bedeutende politische Rolle übernehmen zu wollen.
So wurde die paramilitärische Vereinigung "Service d'ordre légionnaire" gegründet, die im Januar 1943 von Ministerpräsident Pierre Laval aufgelöst wurde und sich als "Milice française" neu formierte. In der Folge schlossen sich der von Joseph Darnand angeführten Organisation 30.000 Männer an. Als politisches Instrument Lavals bekämpfte die Milice in erster Linie die Widerstandsbewegung und war auch deren Hauptzielscheibe.
Im August 1943 stimmten die deutschen Besatzer der Bewaffnung der Milice zu, im Gegenzug wurde ein Teil ihrer Angehörigen für die Waffen-SS rekrutiert. Als Generalsekretär der Milice leistete Joseph Darnand Hitler den Treue-Eid. Damit wurde seine Organisation de facto zu einem Werkzeug der Nazifizierung Frankreichs, während sie sich der Bevölkerung als Erbin der Pfadfinderbewegung darstellte. Ab diesem Zeitpunkt erfolgte auch eine komplette Neuorganisation in ideologischer, militärischer und sozialer Hinsicht. Sie wurde nun auf dem gesamten Staatsgebiet tätig und durchdrang die ganze Gesellschaft. Sie führte einen bewaffneten Kampf gegen die Résistance und ergriff repressive Maßnahmen gegen Politiker und die jüdische Bevölkerung.
Quote: Montag, 23. Februar 2009 um 21.00 Uhr
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Dünkirchen, 2. Juni 1940
(Frankreich, Italien, 1964, 119mn)
ARTE F / ARD
Regie: Henri Verneuil
Kamera: Henri Decaë
Musik: Maurice Jarre
Schnitt: Claude Durand
Darsteller: Catherine Spaak (Jeanne), François Périer (Alexandre), Georges Géret (Pinot), Jean-Paul Belmondo (Maillat), Jean-Pierre Marielle (Pierson), Pierre Mondy (Dhéry)
Autor: François Boyer, Robert Merle
Produktion: Interopa Film, Paris Film Productions
Produzent: Ralph Baum
1. und 2. Juni 1940: Französische und englische Soldaten warten am Strand von Dünkirchen auf ihre Ausschiffung über den Kanal nach England. Unter ihnen befindet sich auch Sergeant Maillat mit seiner Truppe. Während die Männer warten, werden sie wiederholt von der deutschen Luftwaffe angegriffen, was viele Opfer fordert.
Sergeant Maillat gehört zu einer Truppe Franzosen, die gemeinsam mit britischen Soldaten am Strand der nordfranzösischen Stadt Dünkirchen darauf warten, nach England ausgeschifft zu werden. Dabei werden die schutzlosen Soldaten mehrmals von der deutschen Luftwaffe angegriffen, was zahlreiche Opfer fordert. Maillat will das gefährliche Gebiet so schnell wie möglich verlassen, doch die Briten evakuieren zunächst nur ihre Leute. Mit Hilfe eines verständnisvollen britischen Offiziers gelingt es ihm jedoch, in Dünkirchen eine Unterschrift für seine Ausschiffung zu bekommen. Dort lernt er auch die junge Jeanne kennen, die ihr Elternhaus nicht verlassen will, weil sie glaubt, nur dann könnten die Beschüsse der Deutschen ihrem Heim nichts anhaben. Maillat verspricht ihr, sie wieder zu besuchen, sollte es ihm nicht gelingen, noch am gleichen Tag aus Dünkirchen evakuiert zu werden.
Maillat schafft es tatsächlich, einen Platz auf einem Schiff zu ergattern. Doch schon Minuten später wird dieses von der deutschen Luftwaffe angegriffen. Dem erschöpften Maillat gelingt es, an den Strand zurückzuschwimmen. Am darauffolgenden Tag besucht er Jeanne erneut und kann sie vor der Vergewaltigung durch zwei Soldaten retten. Doch aus Notwehr muss er die beiden Männer erschießen. Anschließend versucht er, Jeanne davon zu überzeugen, gemeinsam mit ihm nach England zu gehen. Von Gewissensbissen geplagt, weil er die beiden Männer getötet hat, kehrt Maillat an den Strand zurück und wartet dort auf Jeanne. Wird sie sich dazu entscheiden, mit ihm zu kommen? Es eilt, denn die ersten Franzosen werden schon evakuiert ...
Die Evakuierung aus Dünkirchen im Juni 1940 bewahrte rund 300.000 Alliierte vor der Kriegsgefangenschaft. Am Morgen des 4. Juni wurde die Stadt von den Deutschen eingenommen, doch fast alle dort befindlichen französischen und englischen Soldaten waren rechtzeitig über den Kanal nach England gebracht worden.
"Dünkirchen 2. Juni 1940" zeigt die letzten beiden Tage vor der Ausschiffung. Henri Verneuil überzeugt in seinem Film durch erstaunliche Effekte, welche die prekäre und gefährliche Lage der Soldaten am Strand von Dünkirchen hervorheben. Dem Bomben- und Beschusshagel der deutschen Luftwaffe hilflos ausgesetzt, versuchen die Männer, die Zeit bis zur Rettung zu überleben. Dabei zeigt Verneuil das Bild eines "fast ganz normalen" Kriegsalltags, indem Tote, Verletzte und ständige Angriffe genauso dazugehören, wie Kaffee kochen und Radio hören. Jean-Paul Belmondo überzeugt in diesem Film als ehrlicher und moralisch anständiger Soldat, der selbst in der Ausnahmezeit des Krieges versucht, ein reines Gewissen zu behalten.
ARTE zeigt den Film, der das letzte Wochenende vor Einmarsch der Deutschen in Dünkirchen und die Evakuierung von rund 300.000 Alliierten thematisiert, in der Reihe "Kino an der Front".
Quote:
Mittwoch, 18. Februar 2009 um 23.30 Uhr
Wiederholungen:
19.02.2009 um 00:25
Brotherhood - Wenn Brüder aufeinander schießen
(Korea, 2004, 139mn)
ARD
Regie: Kang Je-gyu
Kamera: Hong Kyung-pyo
Musik: Lee Dong-jun
Schnitt: Choi Kyeong-hie
Darsteller: Jang Dong-kun (Jin-tae), Kong Hyeong-jin (Yong-man), Lee Eun-ju (Young-shin), Lee Yeong-ran (Mutter), Won Bin (Jin-seok)
Autor: Kang Je-gyu
Produktion: Kang Je-Kyu Film Co. Ltd.
Produzent: Lee Seong-hun
Die beiden Brüder Jin-tae und Jin-seok werden nach Kriegsausbruch von der südkoreanischen Armee zwangsrekrutiert. Weil der sonst so friedliche Jin-tae auf dem Schlachtfeld zusehends verroht und bald den zweifelhaften Ruf eines Kriegshelden genießt, kommt es zum Bruch zwischen den Brüdern. Nach der Ermordung seiner Verlobten durch antikommunistische Fanatiker schlägt Jin-tae sich jedoch auf die Seite der Nordkoreaner - und bald darauf stehen sich die Brüder auf dem Schlachtfeld gegenüber...
Korea 1950: Der junge, aufgeweckte Jin-tae Lee ist nach dem Tod des Vaters das Oberhaupt der Familie, die sich mit einer kleinen Garküche über Wasser hält. Um seinem begabten und sensiblen kleinen Bruder Jin-seok das Studium zu ermöglichen, hat Jin-tae die Schule aufgegeben und arbeitet als Schuhputzer. Außerdem will er bald seine Verlobte Young-shin heiraten. Doch mit dem Ausbruch des Koreakriegs ändert sich das friedliche Leben der beiden Brüder schlagartig, denn sie werden zwangsrekrutiert.
Während die meisten Soldaten in den Schützengräben nur den Kopf einziehen, meldet sich Jin-tae, zur Verwunderung seines jüngeren Bruders, plötzlich freiwillig für jedes riskante Unternehmen. Sein martialisches Engagement dient einem hehren Ziel: Jin-tae hofft, dass er als Belohnung für einen Tapferkeitsorden den kleinen Bruder wieder nach Hause zur Familie schicken kann.
Doch unter dem Eindruck des Kriegsgeschehens verroht Jin-tae zusehends. Als er sogar einen Freund tötet, der von den Nordkoreanern zwangsrekrutiert wurde, kommt es zum Bruch zwischen den Brüdern. Als jedoch Jin-taes Verlobte von der antikommunistischen Spionageabwehr getötet wird und er zudem glaubt, sein Bruder sei ermordet worden, erschlägt Jin-tae, inzwischen ein gefeierter Kriegsheld, seinen Kommandeur und läuft zu den Nordkoreanern über. So stehen sich die Brüder bald auf dem Schlachtfeld gegenüber ...
"Brotherhood - Wenn Brüder aufeinander schießen" ist ein furios inszenierter Antikriegsfilm, der die Verfeindung zwischen Nord- und Südkorea als bewegenden Bruderzwist darstellt. Der Krieg, der zwischen Nordkorea und China auf der einen Seite und Südkorea und UNO-Truppen auf der anderen ausgefochten wurde, dauerte von 1950 bis 1953 und forderte allein unter der Zivilbevölkerung schätzungsweise drei Millionen Tote. Bis heute wurde kein Friedensabkommen unterzeichnet.
Schonungslos und mit schockierender Detailgenauigkeit, zeigt Regisseur Kang Je-gyu das realistische Bild eines Krieges und lässt dabei kaum ein Gräuel des Schlachtfeldes aus. Geschickt und überaus wirkungsvoll reduziert er dabei die komplexe politische Gemengelage auf einen einfachen Konflikt. Der Bruderzwist, den dieser packend inszenierte Antikriegsfilm in epischer Breite erzählt, steht symbolisch für die Verfeindung der beiden Brudernationen Nord- und Südkorea. Mit seinem Heer von 25.000 Statisten ist "Brotherhood - Wenn Brüder aufeinander schießen" die teuerste Produktion des südkoreanischen Kinos, die im Heimatland über elf Millionen Zuschauer - ein Viertel der Bevölkerung - in die Kinos lockte. Die realistische Darstellung der Gräuel auf dem Schlachtfeld, die koreanische Kritiker an Steven Spielbergs "Der Soldat James Ryan" erinnerte, verhindert bewusst eine Ästhetisierung der Gewalt à la Rambo.
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Mittwoch, 18. Februar 2009 um 21.00 Uhr
Wiederholungen:
24.02.2009 um 10:50
04.03.2009 um 05:00
Vom Jäger zum Gejagten - Das erste Stealth-U-Boot der Welt
(Deutschland, Grossbritannien, 2008, 52mn)
ZDF
Regie: John Ruthven, Peter Bardehle
Zweiter Weltkrieg, August 1944: Im Ärmelkanal versinken plötzlich vier Alliierte Schiffe, nur wenige an Bord überleben. Und keiner von ihnen weiß, was passiert ist, denn die Explosion kommt wie aus heiterem Himmel. Erst 50 Jahre später kommt die Wahrheit ans Licht: Hier jagte das erste Tarnkappen-U-Boot der Geschichte, unsichtbar für seine Außenwelt, dank einer besonderen Technik. Die Dokumentation von John Ruthven und Peter Bardehle zeigt zum ersten Mal im Fernsehen, wie Deutschland am Ende des Zweiten Weltkrieges das U 480 entwickelte.
Das erste, von der deutschen Kriegsmarine im Zweiten Weltkrieg entwickelte und eingesetzte Stealth-U-Boot der Welt war komplett mit Gummi überzogen. In den Gummi waren kleine Löcher eingearbeitet, die das U-Boot für das englische Sonar unsichtbar machten. Kriegsschiffe konnten bis dahin mit Hilfe von Schallwellen jedes U-Boot unter Wasser orten und es mit Wasserbomben bekämpfen. So waren U-Boote durch das Sonar weitgehend wirkungslos geworden.
U 480 bewies zum ersten Mal, dass eine sogenannte "Alberich"-Tarnung - benannt nach einer Figur in der Nibelungensage - funktionierte. Auf seiner ersten Ausfahrt in den gut geschützten Ärmelkanal versenkte die U 480 gleich vier Schiffe. Die Briten konnten zwar den geheimen Funkverkehr der Deutschen abhören und entschlüsseln, aber sie brauchten mehrere Wochen, um zu begreifen, welche Waffe die Deutschen entwickelt hatten. Als sie es wussten, begann eine dramatische Jagd auf das Tarnkappen-U-Boot, die mit Hilfe einer einfachen Kriegslist zu seinem Untergang führte.
Das Wrack der U 480 wurde erst 1998 entdeckt. Die Dokumentation von John Ruthven und Peter Bardehle begleitet die erste Tauchexpedition mit dem Berliner U-Boot-Historiker Axel Niestlé und rekonstruiert das Schicksal von Jägern und Gejagten im Winter 1944/1945. Der Film ist eine aufwendige internationale Koproduktion für die Sender ARTE, ITV , National Geographic Channel , History Television und SVT .
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